Schadet dir das Arbeiten über verschiedene Fächer und Medien hinweg wirklich?
Ich fotografiere an einem Tag urbane Texturen, am nächsten Tag einen Sonnenuntergang durch Palmen. Ich male, wenn mir danach ist. Auf Flohmärkten sammle ich Gegenstände, die nichts gemeinsam haben, außer dass sie mich aus der Bahn geworfen haben. Mein Portfolio wirkt wahrscheinlich zerstreut auf jemanden, der in Markenbegriffe denkt.
Aber wenn ich versuche, es einzugrenzen, verliert die Arbeit etwas. Der rote Faden, der alles verbindet, ist, wie ich sehe, nicht das, worauf ich die Kamera richte. Eine verfallene Wand und ein leuchtender Himmel tragen für mich zumindest auf ähnliche Weise Zeit in sich.
Vielleicht frage ich mich dennoch, ob das kommerziell etwas ausmacht. Brauchen Sammler und Galerien wirklich, dich in eine klare Schublade zu stecken? Oder haben einige von euch herausgefunden, dass das Arbeiten über Medien- und Motivgrenzen hinweg mit dem Aufbau einer erkennbaren Praxis koexistieren kann?
Würde mich freuen zu hören, wie andere das navigiert haben, besonders wenn ihr dem Druck widerstanden habt, euch zu spezialisieren.
Mir wurde vor kurzem gesagt, dass Künstler ein kohärentes Gesamtwerk schaffen sollten, das bedeutet, einen bestimmten Stil, egal ob es sich um das Thema oder die Maltechnik handelt. Mit anderen Worten sollte man sofort erkennen können, dass das Kunstwerk, das man ansieht, von einem bestimmten Künstler stammt. Ich sehe, dass Einzelausstellungen kohärent wirken sollen. Wenn dem so ist, finde ich es jedoch nicht lustig, immer wieder dieselbe Art von Kunst zu schaffen, also habe ich ebenfalls dieselbe Frage wie du. Ich male, arbeite mit Mischtechnik, fotografiere, fertige Schmuckstücke an und möchte noch viel mehr tun. Hoffentlich melden sich noch mehr Leute zu deiner Frage.