Kombinieren von Referenzen ohne den Frankenstein-Effekt
Letzte Woche habe ich eine Straßenszene skizziert und gleichzeitig aus drei verschiedenen Foto-Referenzen gezogen. Eine hatte diese schöne konvergierende Perspektive auf die Gebäude, eine andere hatte eine Figurengruppe, die mir gefiel, und die dritte hatte interessantes Licht auf dem Gehweg. Die Perspektive und die Figuren passten fast sofort zusammen, aber in dem Moment, als ich das Licht aus dem dritten Foto hineinfügte, fühlte sich alles eher zusammengefügt an als ganz.
Es brachte mich dazu, darüber nachzudenken, was es eigentlich ausmacht, dass mehrere Referenzen zusammenpassen oder gegeneinander wirken. Mein Instinkt sagt, dass es darauf ankommt, die Konstruktionslogik konsistent zu halten. Wenn Lichtrichtung, Augenhöhe und Maßstab sich alle einig sind, kann man ziemlich frei übernehmen. Aber wenn einer dieser Grundprinzipien den anderen widerspricht, wirkt die ganze Zeichnung eher wie eine Collage als wie eine Szene.
Ich versuche das jedoch noch herauszufinden. Wenn du visuelle Elemente aus mehr als einer Quelle ziehst, wie entscheidest du, was dazugehört und was du wegwirfst? Gibt es einen Checkpoint, den du durchläufst, oder ist es eher ein Gefühl, sobald du genügend Übung hast?
Ehrlich gesagt lasse ich mich einfach von der Emotion treiben. Wenn ich nicht einmal derjenige gewesen wäre, der das Foto aufgenommen hat, versuche ich mir die Atmosphäre vorzustellen: Warum sollte ich überhaupt so etwas zeichnen? Was würde mich interessieren? Wie würde ich mich fühlen? Das würde dann das ganze Zeichnen führen. Die Farben, die Perspektive, der Fokus...