The Human-Made Art Society

Tausende Künstler fordern Christie's auf, ihre AI-Kunstausschreibung abzusagen

Übersetzt aus English

Mehr als 3.000 Künstler und Befürworter haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie von Christie's verlangen, ihre erste ausschließlich auf KI basierende Auktion abzusagen — und die Argumente, die sie anführen, treffen direkt ins Herz unserer Bewertung menschlicher kreativer Arbeit.

Was ist die "Augmented Intelligence"-Auktion bei Christie's?

Im Februar 2025 kündigte Christie's New York eine Auktion an, die vollständig der von künstlicher Intelligenz geschaffenen Kunst gewidmet ist — die erste ihrer Art bei einem großen Auktionshaus. Die "Augmented Intelligence"-Auktion umfasst mehr als 20 Lose, die sich über fünf Jahrzehnte KI-unterstützter und KI-generierter Werke erstrecken, mit einem geschätzten Gesamtwert von über 600.000 Dollar. Vertreten sind Künstler wie Refik Anadol, Harold Cohen, Holly Herndon und Mat Dryhurst, Alexander Reben und Claire Silver.

Innerhalb von 48 Stunden nach der Ankündigung hatte ein öffentlicher Offener Brief über 3.500 Unterschriften gesammelt, in dem Christie's aufgefordert wird, die Auktion abzusagen. Der Brief wurde direkt an die digitalen Kunstspezialisten von Christie's gerichtet, die die Auktion überwachen.

Was das Schreiben argumentiert

Der Kern der Einwendung ist nicht, dass KI-Kunst nicht interessant oder wertvoll sein kann — es ist vielmehr die Tatsache, dass viele der KI-Modelle, die zur Generierung der Werke in der Auktion verwendet wurden, auf urheberrechtlich geschützten Bildern aus dem Internet trainiert wurden, ohne Erlaubnis oder Entschädigung der ursprünglichen Schöpfer. In den Worten des Schreibens: "Diese Modelle und die dahinter stehenden Unternehmen nutzen menschliche Künstler aus, indem sie deren Werke ohne Erlaubnis oder Bezahlung verwenden, um kommerzielle KI-Produkte zu entwickeln, die mit ihnen konkurrieren."

Die Unterzeichner argumentieren, dass Christie's — eine der prestigeträchtigsten und einflussreichsten Institutionen der Kunstwelt — dieser Praxis Legitimität verleiht, indem es Werke verkauft, die von diesen Systemen produziert wurden, möglicherweise für Hunderttausende von Dollar. Ed Newton-Rex, CEO von Fairly Trained (einer gemeinnützigen Organisation, die KI-Unternehmen für ethische Datenbeschaffung zertifiziert), stellte auf sozialen Medien klar: "Warum billigt Christie's diese Modelle, indem sie dabei helfen, diese Werke für Zehntausende oder sogar Hunderttausende von Dollar zu verkaufen, wenn die Modelle direkt zur Verarmung so vieler Künstler führen, von denen sie gestohlen haben?"

Die Reaktion von Christie's — und das Gegenargument

Christie's veröffentlichte eine Erklärung, in der die Künstler der Auktion als "stark ausgeprägte, multidisziplinäre Kunstschaffende mit einigen in führenden Museumssammlungen anerkannten Werken" bezeichnet werden, und framing KI als Werkzeug zur Verbesserung ihrer Arbeiten. Einer der Künstler in der Auktion, Sarp Kerem Yavuz, wies das Diebstahl-Argument zurück und argumentierte, dass KI-generierte Bilder aus der Kombination von Millionen von Bildern entstehen und kein einziger Künstler behaupten könne, dass ein bestimmtes Werk direkt von seinem Material abgeleitet sei — eine Position, die weiterhin tatsächlich umstritten ist.

Das US Copyright Office, das im Januar 2025 zu verwandten Fragen Stellung nahm, kam zu dem Schluss, dass Künstler Werke, die mit KI-Tools erstellt wurden, urheberrechtlich schützen können, aber "rein KI-generiertes Material" unzulässig bleibt. Diese Unterscheidung — zwischen KI als Werkzeug und KI als Urheber — steht im Mittelpunkt jeder großen rechtlichen und ethischen Debatte in diesem Bereich.

Warum das über die Auktion hinaus wichtig ist

Die Situation bei Christie's ist ein Brennpunkt, kein isolierter Vorfall. Große Auktionshäuser, die KI-Kunst versteigern, sind der logische nächste Schritt in der kommerziellen Verbreitung von generativer KI — und die Entscheidungen, die jetzt darüber getroffen werden, wie diese Legitimität framing wird, werden die Wahrnehmung menschlicher Kunst und ihres Wertes durch den Markt, Gerichte und die Öffentlichkeit in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Dieser Protest zeigt, dass Künstler lautstark und gemeinsam fordern, in diesem Gespräch eine Mitspracherechte zu haben.

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