Vertical erobert die Welt und ich bin mir nicht sicher, ob Landschaftsfotografen sich darum kümmern sollten
Hier ist mein heißer Standpunkt: Der Drang, Kameras standardmäßig auf Hochformat auszurichten, löst ein Problem, das für niemanden existiert, der seine Arbeiten tatsächlich druckt oder ausstellt.
Ich fotografiere Blue Ridge-Gratlinien und Shenandoah-Täler. Horizontal ist, wie diese Szenerien atmen. Wenn ich vertikal komponiere, ist es eine bewusste Entscheidung, vielleicht um einen einzelnen Baumstamm oder die Fallhöhe eines Wasserfalls zu betonen. Es ist nie mein Standardmodus, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich möchte, dass mein Kameragehäuse automatisch anders eingestellt wird, nur weil Telefone in dieser Richtung scrollen.
Aber hier muss ich ehrlich zu mir selbst sein. Ich habe jahrelang fast nichts verkauft. Die Arbeiten, die schließlich in Bewegung kamen, waren die Arbeiten, die die Leute tatsächlich sahen, und die Leute sehen Dinge jetzt auf ihren Handys. Vertikal. Vollbild. Daumen-stoppend. Ich habe gesehen, wie andere Fotografen ihren gesamten Kompositionsstil darauf ausrichten, Instagram- und TikTok-Abmessungen zu entsprechen, und einige von ihnen erzielen kommerziell bessere Ergebnisse als ich jemals hatte.
Also vielleicht bin ich hier der Dinosaurier. Vielleicht ist das Festhalten am Horizontalen als die „wirkliche“ Orientierung nur Nostalgie verkleidet als Handwerk.
Ich bin wirklich hin- und hergerissen. Wenn du Kunst im Jahr 2025 verkaufst, hat das Vertikalformat deine Komposition verändert, oder ist es nur ein Zuschnitt, mit dem du dich im Nachhinein abfindest? Überzeuge mich in jedem Fall.
Ich habe gestern einen Substack-Artikel gelesen, der den Titel "Das digitale Feigenblatt" trägt, und obwohl der Ausgangspunkt des Beitrags ein anderes Thema war, ähnelt der Inhalt deiner Frage.
Müssen Künstler aller Couleur ihre Arbeiten so gestalten, dass sie dem Algorithmus (oder dem Format) entsprechen, um gesehen zu werden—und hoffentlich unterstützt zu werden—in einer Welt, in der Bildschirme statt Galerien oder Büchern dominieren.
Es ist eine alte Frage: Schaffen wir Kunst für den Markt, oder passen wir uns ihm an, um gesehen zu werden?
Ich bin auch hin- und hergerissen.