Zivilisation


Ich verwende rein funktionale industrielle Muster und Formen in mehreren Schichten und Variationen.
Damit versuche ich, bestimmte Dynamiken zu visualisieren, die vom Bestreben nach Optimierung und Effizienz getrieben werden.
Das Ergebnis wirkt oft futuristisch, aufgrund der wiederholten Anwendung dieser Formen — in diesem Fall Kartonverpackungsstrukturen — auf die Leinwand: klare Linien, modulare Wiederholung und grundlegende geometrische Objekte.
In diesem speziellen Werk (1,5 x 1,5 m) löste das Ergebnis in mir folgende Frage aus, weshalb ich es „Zivilisation“ genannt habe:
„Wie würde eine Zivilisation aussehen — welche Muster und Formen würden entstehen —, wenn sie technologisch, in Umfang und industrieller Kapazität weit fortgeschritten wäre? Fortgeschritten genug, um die gesamte oder fast die gesamte Energie eines Sterns zu nutzen (Kardashev-Skala Typ II)?“
Die Malerei erinnert mich an diese Idee. Allerdings beabsichtige ich nicht, dem Betrachter diese genaue Interpretation aufzuzwingen.
Die Verpackung von Strukturen als Baustein einer Typ-II-Zivilisation zu betrachten ist ein so spezifischer, wohlverdienter Sprung.
Danke für deine Worte.
Wie gesagt, die Typ-II-Zivilisation ist eine Assoziation von mir, die mich besonders gepackt hat.
Generell ist dieser Stil eine Auseinandersetzung mit technoiden Elementen. Mich fasziniert immer wieder, welches Potenzial diese Elemente entfalten können, wenn man sie aus ihrem ursprünglichen Kontext herausnimmt und auf alternative Weise erfährt. Die darin enthaltenen geometrischen Grundformen stellen zudem oft natürliche bzw. mathematisch stabile Optima dar.
Um auf meine Assoziation zurückzukommen: Wenn sich bestimmte geometrische Grundformen als stabile und effiziente Lösungen immer wieder in Natur, Technik und Mathematik zeigen – warum sollten sie nicht auch die sichtbaren Strukturen einer hochentwickelten Zivilisation prägen?